Sonntag, 19. Juni 2011
Sonntag, 19. Juni 2011: Holzham -> Fraßbach/Neumarkt-St.Veit
(zum Start der Tour)

Gestern Nachmittag hat es bis spät in den Abend mehr oder weniger nonstop intensiv geregnet - und ich war sehr zufrieden damit, eine gute Unterkunft zu haben. Außerdem gab es noch eine gebackene Forelle - hmmmmm!

Heute morgen scheint beim Aufstehen die Sonne, nach dem Rasieren regnet es, während des Frühstück ist es windig grau. Beim Losfahren deutet sich wieder Sonne an.
Das wird ein spannender Tag: es weht einfrischer Westwind bei vielleicht 15 Grad und alle halbe Stunde türmen sich dunkle Gewitterwolken am Horizont. Dabei ist die Fahrt entlang des Rotttal-Radweges ganz unaufgeregt schön. Der Weg wechselt immer wieder von "Bundesstraßen-Begleitweg" zu "ganz alleine der Rott" folgend.

So bin ich jetzt schon zwei Mal größeren Gewittergüssen ausgewichen, einmal habe ich das Vereinsheim eines Geflügelzüchtervereins, genauer sein üppiges Vordach über dem Eingang, zum unterstellen genutzt, das andere Mal im Gasthof "Brunnenhof" (in Postmünster?) einen heißen Kakao getrunken. Im Lokal läuft gepflegte Marschmusik ("Amboss-Polka") ...
Anschließend wieder ein sonniges Intermezzo auf dem Marktplatz von Eggersfelden.
Momentan sitze ich in Eggersfelden bei Mäckes, genieße Toilette und WLAN, Milchkaffee und Apfelkuchen, und sehe wieder einmal dunklen Wolken hinterher.

Diese Art des Radwanderns von Gewitterguss zu Gewitterguss hat auch seinen Reiz: man kommt bloß nicht recht vorwärts.

Bei noch heftigerem Gegenwind als bisher, aber auch immer wieder strahlender Sonne gehts weiter auf dem Rotttal-Radweg: im Landkreis Mühldorf am Inn verlässt er die Bundesstraße und sucht sich seine eigenen Wege, gelegentlich sehr wenig befestigt, d.h. nach den Regenschauern richtig matschig.

In Neumarkt-St. Veit dann eine unangenehme Überraschung: Die beiden einzigen Gasthöfe am Ort haben ab 15 bzw. 16 Uhr geschlossen und bitten um Verständnis. Das Verständnis fehlt mir allerdings angesichts des stressigen Weges bis hier hin völlig. Und es bleibt auch dann noch mangelhaft ausgeprägt, als ich höre, dass Neumarkt-St.-Veit abends ein Volksfest feiert.

Nun denn: Auf der Suche nach einer Bleibe beschließe ich in dem benachbarten Flecken "Fraßbach" mein Zeit aufzuschlagen. Unterwegs dahin bin ich in einem eigentlich nur ganz kurzen Schauer triefnass geworden. In einem benachbarten Gasthof trockne ich mich äußerlich und gleiche Flüssigkeit und Elektrolyte mit 2 Hellem sowie 2 "Wollwürstl" aus.

Vor dem EInschlafen höre ich mir im Zelt noch 2 Folgen des Hörspiels "Der Herr der Ringe" an, denn es gibt hier keinerlei Händi oder UMTS (VODAFONE-Entwicklungsland!!!). Radioempfang ist auch nicht möglich. Gut, dass ich also noch ein paar Gigabyte MP3s dabei habe.

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Lieber Christian,

wieder aus Südfrankreich zurück erinnern mich Deine Beschreibungen sehr an südfranzösisches Juniwetter: jeden Tag mindestens einmal Regen, Gewitter mal vor, mal hinter und mal über uns... aber alles heil überstanden.
Kleiner Tipp von einer alten Camping-Häsin: Schwammtücher aus dem Supermarkt (die für 99 Cent im 5er-Pack) eignen wich hervorragend zum Zelt trocknen. Ich wische das Zelt vor dem Frühstück außen und innen ab und kann es dann nach dem Frühstück so gut wie trocken einpacken (vorausgesetzt, es regnet beim Frühstück nicht...).

Weiterhin gute Fahrt und schreib weiter so lesenswerte Berichte!

Viele Grüße,
Katja

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Das klingt interessant - ich werde das mal probieren. Bislang hab ich das eher mit meinen Baumwoll-Handtüchern gemacht. Das macht aus einer trief-nassen Zelthaut eine nasse Zelthaut... :)

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